Ohne Wissenschaft, Sinn und Verstand!
“If you have form’d a Circle to go into,
Go into it yourself and see how you would do.”
(William Blake)
Und seinen Frieden der alles menschliche Denken weit übersteigt, wird euer Innerstes und eure Gedanken beschützen, denn ihr seid ja mit Jesus Verbunden.
Oikeiosis wird gemeinhin verstanden als ein „Prozeß, durch den ein Lebewesen schrittweise seiner selbst inne und dadurch mit sich selbst vertraut und einig wird“
Menschenfresser:
Um mein Wissen zu verbessern
Von der Menschlichen Natur
Möchte ich zu Menschenfressern
Kannibalen auf der SpurBald schon find ich mich im Flieger
Der nach Neuguinea reist
Wo so mancher wilde Krieger
Sicher Menschenfleisch verspeistDurch des Urwalds dunkle Löcher
Bis mich wer am Arme packt
Alter Mann mit Penisköcher
Und ansonsten splitternacktNimmt mich mit zu seinen Leuten
Denn sie feiern grad ein Fest
Wo sie Schweinebraten häuten
Welchen man sich munden lässtPudelsatt nach dem Gelage
Als im Dorf mich jeder kennt
Stell ich endlich meine Frage
Die mir auf der Zunge brenntZu dem Alten sag ich: „Opa
Stimmt es, esst ihr Menschen auch?“
„Nein, wir sind nicht in Europa
Nur bei euch gibt’s diesen Brauch“Irritiert ob dieser Worte
Frage ich mich erst mal still
Bin ich hier am rechten Orte?
Find ich, was ich finden will?„Nein“, sag ich, „das weiß ich besser
Auch wenn’s Ihnen nicht beliebt
Das es wilde Menschenfresser
In Europa nicht mehr gibt“Durch die Runde geht ein Raunen
Das sich langsam nur verliert
„Wie nicht mehr?“, fragt man mit Staunen
„Haben wir euch missioniert?Wen die Europäer fanden
Fraßen und versklavten sie
Hier in Neuguineas Landen
Gab es Menschenfresser nie“Tja, was soll ich dazu sagen?
Wollt ich finden, was ich fand?
Und mit vielen offnen Fragen
Forsch ich nun im Heimatland
Mit freundlicher Genehmigung:
Copyright © Gereon Janzing (www.gereon.es)| Sprache | Terminologie |
|---|---|
| Deutsch: | Kannibale, Menschenfresser, Anthropophage |
| Jiddisch: | קאַנאַבאַל מענטש פּרעדאַטערז [kanibál, mentschen-fresser] |
| Niederländisch: | kannibaal, menseneter |
| Westfriesisch: | kannibaal, minskeiter |
| Leeuwarder Stadtfriesisch: | kannibaal, meenseëter |
| Englisch: | cannibal, man-eater, anthropophagist, -phagite, -phagus |
| Dänisch: | kanibal, menneskeæder |
| Schwedisch: | kanibal, människoätare |
| Norwegisch: | kanibal, menneskeeter |
| Irisch: | canablach |
| Kymrisch: | canibal |
| Bretonisch: | debrer-tud |
| Latein: | anthropóphagus |
| Portugiesisch: | canibal, papa-gente, antropófago |
| Galicisch: | caníbal |
| Spanisch: | caníbal, antropófago |
| Katalanisch: | caníbal, antropòfag |
| Provenzalisch: | cannibalo |
| Französisch: | cannibale, anthropophage |
| Rätoromanisch-Sursilvan: | cannibal, magliaglieud |
| Italenisch: | cannibal, antopofago |
| Esperanto: | kanibalo, hommanĝulo, antropofago |
| Altgriechisch: | |
| Niederersorbisch: | |
| Russisch: | |
| Ukrainisch: | канібал |
| Hindi: | नरभक्षी (narbhakṣī) |
| Finnisch: | kannibaali, ihmissyöjä |
| Estnisch: | kannibal, inimesesööjä |
| Türkisch: | yamyam |
| Japanisch: | hito-kui |
| Maltesisch: | kannibalu |
| Arabisch: | |
| Hebräisch: | |
| Swahili: | mtu alaye nyama ya binadamu |
| Zulu: | izimu |
| Malaiisch: | manusia yang makan sesama manusia |
| Baskisch: | gizajale, kanibal |
Zur Terminologie des Menschenfleisches: In manchen Sprachen wird unterschieden zwischen Fleisch als Körperteil und Fleisch als Nahrungsmittel, so in Englisch flesch – meat, in Französisch chair – viande, in Esperanto karno – viando.
Wenn von Menschenfleisch die Rede ist, heißt es dennoch englisch human flesh, französisch chair humanie, also Fleisch als Körperteil bezeichnet. Die Bezeichnungen human meat und viande humaine wären vom Sinn her eher zu erwarten, sind aber nicht üblich, da eine Bezeichnung von Menschenfleisch als Nahrungsmittel den Menschen offensichtlich widerstrebt. Im Esperanto ist es aber akzeptabel, hier von homa viando zu sprechen.
Profaner Kannibalismus Heute:
- Schweden: Ein Professor erklärt: Menschenfleisch ist eine Alternative, um das Klima zu retten (Der Forscher untersucht die Möglichkeit, menschliches Fleisch zu essen: “Es gibt viele Tabus”)
- Corona, New York Queens Public Library: Town Hall Meeting: Save The Planet Eat The Children: Eine Frau fordert, dass die Menschen als Reaktion auf den Klimawandel anfangen müssten, Babys zu essen (”We Need To Eat The Babies!”)
Es gibt einen Platz im Wald
Wo die Tiere tanzen
Sorglos und fröhlich
Als würde niemand zuschauenVöllig ahnungslos werden sie als Fleisch enden
Und niemand schaut zu
Frisst uns lebendig
Harald Gündel: Für alle die Indianergeschichten mögen; fern ab von Karl May: Ich habe Harald Gündel Band 3: ‘Rabe’, der schwärzeste aller ‘Indianer’: „Verglichen mit normalen Menschen, sind Raben lebenslustige Kojoten.“ und Band 4: Sprung in das Land der Raben – Wir sind Religionsindividualisten gelesen.
Band 1 und 2 kenne ich nicht, finde aber, dass man gut mit Band 3 in die Geschichte einsteigen kann. Es fühlte sich zumindest nicht falsch an beim lesen oder dass etwas fehlt. Die Erzählungen schwanken zwischen der Entwicklung des Stammes und deren Abenteuern und vorrangig aber den Indianergeschichten, welche sie sich ausdenken und erzählen. Allen voran Rabe, der in diesem Band zum Stamm dazu stößt und mit dem Geschichten erzählen anfängt… Ein echter Tipp!

Die Geschichte: Es geht vorrangig um Rabe, einen Indianisten, der in Band 3 zum Stamm dazu stößt. Die Geschichte spielt in der DDR und so Fallen u.a. Begriffe die in der DDR geprägt wurden wie Penne uvm. Auch sind viele geschichtliche Details aus der DDR wiederzufinden, wie Grenze, Stasi oder (fehlende) Parteizugehörigkeit für Kontingente, während des Baus einer Blockhütte im “Reservat” an der Spree.
Erzählt wird die Geschichte allerdings, aus den Erinnerungen eines anderen Indianisten des Stammes.
Der Stamm zählt sich zu den Crow-Indianer zugehörig und studiert diese.
Zu Beginn wird man auch gleich aufgeklärt: Einige (echte) Indianer meinen: “Die weissen sind nicht als Indianer geboren”, was einleuchtend klingen mag. Ist es aber gar nicht. Heutige Indianer verbindet mit ihren Vorvätern allein das aussehen und viele müssten sich eingestehen, dass ihre Identität eigentlich eine “weisse” ist. Fragen wir aber diese Indianer, warum sie Weisse spielen.
Journalismus der immer mit den selben Fragen kommt, entwickelt sich nicht weiter… Selten will er wissen welche Erfahrungen wir gemacht haben, was wir weiter vermitteln könnten. (Seite 22)
Vieles was wir in der Schule lernen, besonders in der Politik ist ein Gefängnis für unser Denken. Journalisten werden aber derartige Gedanken nie in die Zeitung bringen. (Seite 23)
Somit wird dann auch festgestellt: Wer den Zauber einer Fantasiewelt nicht ablegt, fühlt sich darin glücklich. Die Aussage, dass Erwachsene die Fantasie verlieren für spielerisch-abenteuerlich-realistisch-ernste Träume ist also falsch. […] Erwachsen sein – was ist das? […] Ich weigere mich die Welt aus den Augen eines Erwachsen zu sehen. Und: Sicher kann man alles viel nüchterner betrachten. Aber warum? – Ist es nicht besser, überall Optimales herauszuholen? Warum sollte man immer nur das sehen was unsere Augen wahrnehmen? Hat nicht jedes Ding ein eigenes energetisches Feld (Anm: Die Aura), das wirken kann? Das geistige und religiöse Potenzial kann niemand endlich erkennen.
Der letzte Punkt beschreibt das Wesen von Rabe auch schon ganz gut.
Die Erzählungen schwanken immer zwischen der Entwicklung des Stammes und deren Abenteuern (Initiations-Rituale, Pflege und Aufbau des Reservates und natürlich den zwischenmenschlichen Beziehungen), sowie den Indianer-Geschichten, welche sie sich ausdenken und erzählen. Allen voran Rabe, der damit anfängt.
Die Indianergeschichten: In den meisten Indianer-Geschichten kristallisiert sich heraus, dass es um Menschen, Krähen und Raben (eigentlich Vögel) sowie Kojoten (eigentlich allgemein hundeartige) geht. Als Old Man Kojote wird auch etwas wie ein/der Gott/Schöpfer der Welt genannt. Daraus entsteht auch ein Spiel: Folge Kojote!
Raben und Krähen werden sich eigentlich immer gegenübergestellt:
Die Krähen erwachten und krächzten, irgendwas war geschehen. Sie blicken umher und entdeckten in unmittelbarer Entfernung einen Raben. – Krähen meiden ihre vornehmen Verwandten, die Raben. Das Geschrei der Krähen erstarb. – Der Rabe blickte hochnäsig auf seine kleineren schwarzen Ebenbilder herab. Raben wünschen sich, nicht zur Verwandtschaft der Krähen gezählt zu werden. Sie behaupten von sich: Raben sind die weisesten unter den Vögeln. Nichts bleibt ihnen verborgen und entgeht ihren scharfen Augen. – Der Rabe dachte darüber nach was er beginnen könne, denn ein Rabe kann seine Mitgeschöpfe einfach nicht in Frieden lassen, er streitet sich bei jeder Gelegenheit. Er überlegte: “Ich verachte das Krähenpack, das sich bei geringstem Anlass zusammen rottet. Was kann ich also tun, um sie auseinander zu bringen?” – Raben begreifen komplexe zusammenhänge. Deshalb war es nicht schwer für ihn, eine Lösung zu finden. Er rief den Krähen zu: “In allen Himmelsrichtungen findet ihr Fleischreste! Die warten auf solch finstere Gesellen wie ihr es seid!”
“Meinst du, haben die Krähen das geglaubt?”
“Nein!” Er gab mir von zwei möglichen die richtige Antwort, denn in ihm floss Rabenblut. Und ich beurteile sie deshalb richtig, denn in meinen Adern floss noch immer Krähenblut. “Deine Antwort ist richtig. Ein Rabe kann Krähen nicht zum Wegfliegen anstiften. Sie haben ein Gespür dafür, dass ein Rabe nicht umsonst so redet. Und in diesem Fall hat er erkennbar gelogen.”
Eine andere Geschichte erzählt von den Beziehungen aller zueinander und es wird festgehalten:[…] Raben können sehr schlau sein, doch die Absichten der Menschen können sie nur durch Beobachtung erfassen. Sie haben gelernt, dass Lebewesen existieren, die schlauer als sie selbst sind. Menschen sind Geschöpfe von denen ein Rabe lernen kann. Von Kojoten wissen sie, das sie sich für besser halten als sie sind.
Ihr fragt euch sicher was diese Geschichte sagen will. Es geht darum: An erster Stelle sollten wir wie Menschen handeln, an zweiter wie Raben(vögel) und erst an dritter wie Kojoten.
Wie die Krankheiten in die Welt kamen und was ein Schamane ist: Paul Uccusic: Der Schamane in uns (Seite 63): Der erste Schamane:
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Im Anfang gab es nur die Götter im Westen und die bösen Geister im Osten. Die Götter erschufen den Menschen, und dieser lebte glücklich bis zu dem Augenblick, wo die bösen Geister die Krankheit und den Tod auf der Erde ausbreiteten. Die Götter beschlossen, dem Menschen einen Schamanen zu geben, der gegen Krankheit und Tod kämpfen sollte, und sie schickten den Adler. Aber die Menschen verstanden seine Sprache nicht; außerdem hatten sie kein Zutrauen zu einem gewöhnlichen Vogel.
Der Adler kehrte zu den Göttern zurück und bat sie, ihm die Gabe des Wortes oder aber einen menschlichen Schamanen zu den Menschen zu schicken. Die Götter sandten ihn wieder herunter mit dem Befehl, der ersten Person, der er auf Erden begegne, die Gabe des Schamanisierens zu verleihen. Wieder auf der Erde angekommen, bemerkte der Adler eine Frau, die neben einem Baum eingeschlafen war, und vereinigte sich mit ihr.
Nach einiger Zeit brachte die Frau einen Sohn zur Welt, und dieser wurde der erste Schamane.
Götter und böse Geister werden als gegeben vorausgesetzt; auch ein paradiesischer Mensch kommt vor, ein Adam Kadmon, der frei von Krankheit und unsterblich ist – eine Parallele zu jüdisch-christlichen Überlieferungen und anderen Kosmogonien, die nicht weiter erstaunt, da Paradies, Goldenes Zeitalter und übernatürliche Geburt weltweit in allen Kulturkreisen anzutreffen sind. Als Götterbote tritt ein geflügeltes Wesen in Erscheinung (ähnlich dem Fußflügel tragenden Hermes der griechischen Mythologie).
Dieses, der Adler, findet sich in nahezu allen Traditionen wie auch bei den Indianer Nordamerikas (in Südamerika steht anstelle des Adlers der Kondor).
An der Legende interessiert besonders die Ursache, weshalb denn überhaupt der Schamane in die Welt gekommen sei. Die Antwort heißt: Als Kämpfer gegen Krankheit und Tod! Er ist der Urheld, der den ältesten Traum der Menschheit, nämlich frei von Krankheit zu sein und unsterblich zu werden, realisieren soll.
[Was wollt ihr unsterblich machen? Man kann nicht leben ohne gleichzeitig zu sterben (McAfee)]
Aber – nichts menschliches ist ihm Fremd – die Macht steigt ihm zu Kopf. Als der erste Schamane, seine Macht für unbegrenzt erklärt hatte, wollte Gott ihn auf die Probe stellen. Er nahm die Seele eines jungen Mädchens und sperrte sie in eine Flasche. Um sicher zu sein, dass die Seele nicht entkommen könne, verstopfte Gott den Flaschenhals mit einem seiner Finger. Der Schamane flog auf seiner Trommel sitzend in den Himmel, bemerkte die Seele des jungen Mädchen, verwandelte sich in eine Spinne und stach Gott ins Gesicht. Dieser zog seinen Finger heraus und die Seele des jungen Mädchen entkam. Doch die Flasche zersprang dabei in abertausende Splitter.
Gott wurde wütend und begrenzte die Macht des ersten Schamanen und in folge dessen ging die Zauberkraft der Schamanen bedeutend zurück.
Das Motiv, dass die Macht der Schamanen früher viel größer war, die Schamanen buchstäblich in den Himmel auffuhren und Tote tatsächlich zum Leben erweckten, lernt der Schamane in dem Buch “Der Schamane in uns” von Paul Uccusic schon kennen. Aufgrund der Überheblichkeit des ersten Schamanen, sich mit Gott zu messen, leidet die ganze Zunft und die Menschheit. Wer denkt da nicht an die Geschichte vom Sündenfall? Auch das ist ein weltweit anzutreffendes Motiv: Wer (übernatürliche) Macht mehrt, versucht, alle diese Macht in sich zu vereinen.
Harald Gündel: Rabe, der schwärzeste aller Indianer (Seite 76): Der Tanz der listigen Raben:
Am Anfang wussten die Raben noch nicht wie sie sich vergnügen sollten. Größtenteils saßen sie nach dem Fressen nur stumm herum und krächzten. Sie hatten oft Langeweile. Wohl deshalb beschlossen sie, ein Tanzfest abzuhalten und dazu alle anderen Tiere einzuladen.
Die Teilnehmer warben die Raben mit Preisen. Der Chief Rabe schlug vor: “Jeder soll mit dem Tanzpreis tanzen. Wem der Preis am besten steht, der soll ihn behalten, der ist Sieger.” Natürlich gehörten der Jury vor allem Raben an, aber auch ein paar Krähen und Stare gehörten dazu.
Damals hatten die Rabenvögel noch weisse Federn, vielleicht deshalb setzten sie edle, schwarze Federn als Preise.
Von allen Tänzern standen den Raben die Federn am besten. Noch heute tragen sie ein vollkommen schwarzes Kleid, Andere Tierarten gingen völlig leer aus. Es sähe auch komisch aus, wenn Bisons oder Kojoten Federn tragen würden.
Harald Gündel: Rabe, der schwärzeste aller Indianer (Seite 76): Der Tanz der arglistigen Raben:
Die Feinde der Rabenvögel, die Füchse, erzählen diesen Teil vom Anfang des Sein natürlich völlig anders. Sie krakeelen: Einmal hungerten die Raben. Sie überlegten was zu tun sei. Da sie gerissen waren, setzen sie Krankheiten als Preise in einem Tanzwettbewerb der Tiere.
Die Vierfüßigen, Zweifüßigen und Kriechenden, die zum Wettbewerb kamen, durchschauten das Spiel der Raben nicht und ließen sich täuschen. Ein Tier nach dem anderen machte sich daran, die Krankheiten auszuprobieren und mit ihnen zu tanzen.
Für die Ausrichtung des Tanzwettbewerbs erhielten die Raben vom alten Mann das Recht, ein jedes Tier, während seiner letzten Stunden zu bewachen, es in den Tod zu begleiten und es dann aufzufressen. Deshalb sieht man noch heute Rabenvögel um kranke oder verlorene Beute kreisen.
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Aus einer anderen Indianergeschichte von dem Indianisten ‘Niemand’ (Seite 188 ff.):
Namenlos:
Er ist ein Namenloser. Seinen wahren Namen darf man nie nennen, denn er fühlt sich beleidigt, wenn er ihn hört. Er verweilt oft unter uns oder steht neben uns; er wartet bis man von ihm spricht. Wenn er dann seinen Namen hört, bringt er Krankheiten unter die Menschen, um sich zu rächen. Und weil das oft ohne Vorankündigung geschieht, begreifen die Menschen, dass es Wesen geben muss, die mächtiger sind als sie selbst. Doch sie können ‘IHN’ nicht erfassen. Nobody weiß wie er heißt. Immer wieder werden Menschen krank und sind sich nicht bewusst, dass sie ihn gerufen haben.
Der Namenlose sagte in einem Traum zu mir: “Bäume und Steine sind heilig, niemals Menschen; auch nicht solche als Mittler zwischen Mensch und Schöpfer. Aus diesem Grund vergessen sie sich, rufen mich und ich kann ihnen dann eine Krankheit zuteilen. Ich muss das tun, denn wer mich ruft, dem bin ich verpflichtet.
“Aber warum werden Bäume krank und warum zerfallen Steine?”, wurde Niemand gefragt.
Er antwortete: “Das Verhalten der Menschen, ihre Technologien und ihr Raubbau verändern die uralten Beziehungen in der Natur. Das macht sie krank.”
“Mörderaffen” (Seite 42)
Der Indianist auf Wanderung (im Feindesland):
Die Marschverpflegung:
Im Feindessland ist jegliche Sammeltätigkeit verräterisch und gleichwohl keine Jagd möglich. Essbares am Wegessrand ist selten und trotz des Hungers wird nichts angerührt. Jegliches Tun, auch das geringste, könnte verräterische Spuren hinterlassen.
Der Mann musste auf Wanderung gehen. Der Hunger nagt. Tage später. Die Wahnvorstellungen nehmen zu. Die Not kennt keine Gesetze. Der Verlust zählt nicht. So grausam ist der Mann. Die Anforderungen sind hoch. Er ist hart zu sich selbst.
Ein Häscher trifft den einsamen Todkranken. Er fragt nach der Frau. Der in die Enge Getriebene behauptet Verwirrendes: “Frauen – wozu sind die nütze? Sie gleichen […]”. Eine Gelegenheit später ist der Häscher tot.
Tage später ist der Mann am Ziel. Dort kommt die Erklärung: Du bist unschuldig. Wir haben uns geirrt. Gehe in Frieden. Finde mit deiner Frau zurück.
Er weiß. Nur eine einzige Aufgabe ist zu lösen. Die lautet: Komme nicht ohne Partnerin. An seiner Seite fehlt die Frau die ihm hätte helfen können die Aufgabe zu lösen.
[Das war nicht vorhersehbar. Auch nicht der Erschlagene.]
Dem Mann wird über sich selbst klar: Seine Frau war ihm egal. Sie hat sein einziges Problem nicht überlebt. Sie war die beste Marschverpflegung, die er sich denken konnte. Sie lief selbständig mit, diente zum […]
(Seite 52-53)
Dieser Gedankengang wird auch im Kapitel “Rabera” (Seite 220) weitergeführt. Wo ein Mädchen der Dakota-Indianer verstoßen wird und sich später den Männer anbietet, um zurückkehren zu können. Sie stellt den Männern dazu eine Aufgabe:
[…] biete mir Aufgabenbereiche an, die ich als deine Frau machen werde. Sind es jedoch Wünsche, die mein Innerstes nicht erfüllen will, kann ich nicht deine Frau werden […]
Interpretation: Der Mann hat Hunger und durch Wahnvorstellung erschlägt und isst er zwei Menschen, darunter auch seine Begleiterin. Und wer Teil einer Gruppe sein will, sollte einen Zweck erfüllen.
[…] Gebete an verschiedene Schöpfer/Geister/Götter, rufen konträre Kräfte herbei. (Seite 186)
Es war einmal
Ich ging weit und suchte nach den Ursachen
Begab mich zu den Grenzen des Menschen
Und habe dort etwas gestohlen
Mögen die Sterne mir vergeben
Ich habe Funken zu verkaufen
Ein Happy End für das Alles
Am Anfang war der Traum… Es ist der kollektive Traum, der Spell [3], die Verzauberung dieser heutigen Zivilisation. Es ist ein undultsamer Traum, der für sich den Alleingültigkeitsanspruch erhebt.
[3] Das englische Wort Spell ist verwandt mit dem deutschen “Spiel, spielen” im Sinne von vorgaukeln oder verzaubern so wie der Barde, der Sänger, der Schamane mit seinen Worten und seiner Musik Gefühle und Stimmungen erzeugt, die Menschen zum Lachen und zum Weinen bringen kann, sie krank machen oder gesunden lassen kann.
Es war ihre Angelegenheit, dass der Traum, der Spell, der die Gesellschaft in seinem Bann hielt, ein guter blieb.
Die christlichen Glaubensverkünder brachten, davon waren sie überzeugt, einen neuen guten Zauber, einen guten Spell – so nannten sie das Evangelium einen good spell oder, im modernen Englisch, Gospel. […] Aufklärung. Sie machte tabula rasa, reinen Tisch, indem Sie die Geistwesen vollkommen leugnete. Die rationale Aufklärung war der neue Spell der westlichen Welt […] Nachdem Gott, der kosmische Uhrmacher, die Weltmaschine konstruiert hatte, zog sich dieser ins nebulöse zurück. Erkenntnis hieß nun, die Logik der Konstruktion dieser Weltmaschine zu verstehen.
Es war der Traum einer leblosen, stofflichen Welt, geboren in toten Labors – ein tödlicher Traum für die Seele und die lebendige Natur.
Verschwinden und Wiederkehr der Geister: Wolf Dieter Storl – Natur Rituale
Viele indianische Medizinmänner […] sind entsetzt, wenn man ihre Rituale nachmacht: “Findet eure eigenen Wurzeln”, mahnen sie, “verbindet euch mit der Spiritualität, die in eurem eigenen Land in der freien Natur vor euren Augen ausgebreitet ist.”
Facetten der Wirklichkeit: Wolf Dieter Storl – Natur Rituale
Dies wieder spricht allerdings dem zu Beginn erwähnten Indianer Geschichten von Harald Gündel.
